
Keiner der vier Gründungsmitglieder von Garp hätte wohl im Sommer 1995 gedacht, dass drei Jahrzehnte später das 30-jährige Bandjubiläum gefeiert werden konnte. Denn eigentlich waren Gerald Halstenberg und Michael Brink nur lose auf der Suche nach neuen Mitstreitern, als sie bei einem Konzert der Abiband auf Thomas Meyer trafen. Gerald, der zuvor bereits die September Clouds mitgegründet hatte, holte kurz danach noch Christoph Büscher ins Boot, und fertig war die Kernbesetzung der späten 90er-Jahre.
Garp haben über die Jahre immer wieder zusammengefunden − durch Neuorientierung und Flexibilität, durch musikalische Neugier und die gemeinsame Liebe zu spannendem Songwriting. Als Kind der 90er-Jahre spielt die Band Stücke mit gegenläufigen, feingliedrigen Gitarrenparts und abrupten Brüchen ohne die Kraft einfacher Songs zu verlieren, anders gesagt Origami-Pop, Puzzle-Punk und Easy-Listening ohne Filter. Garp haben neben groovenden Popflausen eben auch allerhand fiese Gitarrennervereien im Kopf.
Foto: Garp-Livebesetzung 2026, v. l. n. r.: Thomas Meyer, Gerald Halstenberg, Ramin Bijan („Die Türen“ etc.), Markus Spin
Der Name hält, was er verspricht – nur eben ohne die üblichen Classic-Rock-Klischees. Seit 2015 bringen Martin (Bass), Michael (Schlagzeug), Andreas (Gitarre) und Carsten (Gitarre, Gesang) aus Bad Oeynhausen die Songs auf die Bühne, die das Musikfernsehen der 80er und 90er erträglich gemacht haben. Statt des üblichen Coverband-Einheitsbreis spielen Dad Rock ein Set für die Generation Mixtape: Songs von Joy Division und The Cure sind ebenso dabei wie Gitarrenkrach a la Jesus and Mary Chain oder Dinosaur Jr. Ergänzt durch Underground-Klassiker von den Fehlfarben oder Tocotronic liefert das Quartett ein Set abseits des Mainstreams für die Leute, die diese Musik im Auto immer noch lauter drehen.
Foto: v. l. n. r.: Michael Brink, Martin Siegling, Carsten Witte, Andreas Siegling